Auch Du bist ein Stratege

Die Frage ist nicht, ob wir strategisch handeln oder nicht. Wir können gar nicht anders! Ein paar sehr einfache Gedankenspiele machen es deutlich.

Strategie ist ein natürliches Talent
Strategie ist ein natürliches Talent

Der unzweckmäßige Hammer

Verfolge ein Ziel, an das Du nicht glaubst. Versuche irgendetwas zu tun, das Du für falsch hältst. Kannst Du Dir zum Beispiel mit einem Hammer gegen den Kopf schlagen?
… Vermutlich nicht. Es sei denn, du findest einen Zweck, der Sinn daraus macht. Welchem Zweck könnte es dienen, wenn du dir mit einem Hammer gegen den Kopf schlägst? Du brauchst einen Trick, um Deinen strategischen Instinkt zu überwinden. Denn üblicherweise dient dieser dem Zweck der Selbsterhaltung. Selbstverletzung ist da einfach widersinnig. Dann tu es zum Beispiel, um zu beweisen, dass Du frei bist! Oder lass es einfach.

Das Experiment zeigt, dass Du sogar beim Versuch, Deinen strategischen Instinkt zu überwinden, zweckmäßig handelst. Der Zweckbezug gehört einfach zu Deiner Natur.

Ein Blatt Papier ist kein Hammer

Ein Nagel soll in die Wand. Nimm einen Blatt Papier und versuche, den Nagel damit in die Wand zu schlagen.
Es wird Dir nicht gelingen und das weißt Du. Das Papier ist kein Mittel, um einen Nagel in die Wand zu schlagen. Deswegen versuchtst Du es nicht. Falls Du trotzdem so tust, als würdest Du die Anweisung befolgen: Fühlst Du Dich komisch dabei, kommst Du Dir ein Bisschen dämlich vor? Du brichst das Experiment ab.
Du kannst auch versuchen, das Problem zu umgehen. Du könntest den Hammer nehmen und damit das Papier auf den Nagel schlagen. Es wäre der Versuch, Dich eines tatsächlichen Mittels zu bedienen, um das Ziel zu erreichen. Du brauchst einen Trick, um Deinem strategischen Instinkt gerecht zu werden.

Das Experiment zeigt, dass Du Schwierigkeiten mit Dir selbst bekommst, wenn Du versuchst einen Gegenstand für ein Ziel einzusetzen, für das er kein Mittel ist. Das ist Teil des gesunden Menschenverstandes.

Der nutzlose Ball

Die horizontale Ausrichtung einer Tischplatte soll geprüft werden. Steht er gerade? Nimm einen Tischtennisball und drücke ihn auf den Tisch.
Du fragst, warum? Zu Recht. Du willst ihn ablegen, um zu sehen, in welche Richtung er rollt und so die Neigung des Tisches zu erkennen. Ihn auf den Tisch zu drücken ist keine zielführende Methode. Und anstatt Dich zum Affen zu machen, brichst Du das Experiment ab.

Das Experiment zeigt Deine natürliche Methodenkompetenz und dass Du Tätigkeiten, die nicht zielführend sind, als Unfug empfindest. Das Experiment provoziert Deine instinktive strategische Vernunft, die will, dass Du die vorhandenen Mittel zielführend einsetzt.

Vorwärts, vorwärts!

Ich habe einen Sohn, der noch keine 2 Jahre alt ist. Weil er noch zu klein ist, um mit seinem geliebten Laufrad zu fahren, schiebt er es möglichst überall hin. Manchmal verhakt er sich dabei am Esstisch, an der Couch, in der Tür etc. Bisher bedient er sich in diesen Situationen schierer Gewalt: Er schiebt und zerrt beständig nach vorne, natürlich erfolglos und mit wachsender Wut und Verzweiflung.
Wenn ich ihm dabei zusehe, kann ich mir das Schmunzeln nicht verkneifen. „Mein lieber Sohn, da ist ein Hindernis – warum weichst du ihm nicht aus?“

Für mich ist es völlig klar, dass man auf Hindernisse reagieren muss, um sein Ziel zu erreichen. Deswegen irritiert es mich, wenn mein Sohn sie einfach stur ignoriert. Er wird noch lernen zu erkennen, was für mich selbstverständlich ist: Die strategische Bedeutung von Hindernissen. Es wird nicht mehr lange dauern, bis auch er ein Stratege ist.

Fazit

Wir können nicht unstrategisch denken und handeln. Wir sind von Natur aus Strategen! Die Frage ist nur, von welcher Qualität unsere Strategien sind. Es geht also um strategische Kompetenz. Und dafür gibt es die Strategie-Schule.

top

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.